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15.11.2017





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Lungenkrebs-Screening

Die Krebs-Früherkennungs-Diagnostik ist derzeit bei Experten sehr umstritten

Viele Ärzte und auch Patienten meinen, dass Fortschritte bei der Bekämpfung der Krebserkrankungen nur durch eine deutliche Ausweitung der Früherkennnungs-Maßnahmen möglich ist. "Je mehr Screening-Maßnahmen von den Gesundheitspolitikern durchgesetzt werden,  um so besser", lautet ein weit verbreitetes Vorurteil. Doch ist die Problemlösung so einfach?

Zumindest bei dem Lungenkrebs-Screening tauchen unerwartete Schwierigkeiten auf, die Zweifel an der genannten These nähren.  Um dieser Frage wissenschaftlich auf den Grund zu gehen, wurden nun im Fachblatt JAMA mehrere Studien publiziert, die sich mit dem Thema Lungenkrebs-Screening  beschäftigten. An einer in den USA  durchgeführten Untersuchungen nahmen 2.100 Armee-Veteranen teil,  die früher Raucher waren. Bei den Studienteilnehmern wurde unter anderem auch eine Computer-Tomografie (low-dose computed tomography (LDCT)) durchgeführt.  Es zeigte sich, dass bei 60% der untersuchten Veteranen in der Lunge verdächtige Knoten  festgestellt wurden. Die weitere Auswertung der erfaßten Daten zeigte, dass lediglich in 1.5% der Fälle innerhalb eines Jahres ein Lungenkrebs diagnostiziert wurde.  Die Forscher errechneten eine Rate von falsch positiven Untersuchungsbefunden von 97.5%. 
In einem begleitenden Leitartikel stellte der kommentierende Experte fest, dass von 1.000 gescreenten Patienten lediglich in 1% der Fälle ein Lungenkrebs im frühen Stadium festgestellt werden konnte - in einem Krankheitsstadium, in dem der Lungenkrebs theoretisch noch heilbar ist.  Dazu kam noch eine Rate von 0.5% unheilbarer Lungenkrebs-Erkrankungen.
In 2% der Fälle wurden unnötige invasive Maßnahmen ergriffen, die selbst ein Gesundheitsrisiko darstellten.   Und 550 von 1.000 gescreenten Patienten werden durch die Verdachtsdiagnose unberechtigterweise in Sorgen oder gar Panik versetzt. Diese Patienten wurden im Verlauf der weiteren Diagnostik oft mehreren Computer-Tomografien ausgesetzt, die aufgrund der nicht vermeindbaren Strahlenbelastung das Risiko zukünftiger Krebserkrankungen erhöhen.
Betrachtet man alle statistischen Daten, dann stellt sich die Frage, ob ein allgemeines Lungenkrebs-Screening aus medizinischen, wirtschaftlichen ud gesundheitspolitischen Gründen tatsächlich empfohlen werden sollte.

Quelle: JAMA Internal Medicine 2017

Weitere Informationen

JAMA Internal Medicine study #1 (Free)

JAMA Internal Medicine editorial (Subscription required)

JAMA Internal Medicine study #2 (research letter) (Subscription required)

Background: Physician's First Watch coverage of USPSTF recommendation on lung cancer screening (Free)

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