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Oma und Opa werden in Zukunft höhere Zielblutdruckwerte zugestanden

Ein erhöhter Blutdruck (Hypertonie) gilt als eine der Hauptursachen für Herzinfarkt und Schlaganfall - und damit oft für einen vorzeitigen Tod. Dabei gilt: je höher die Werte, um so gefährlicher ist dies

Doch wann ist der Blutdruck so hoch, dass er medikamentös behandelt werden muß? Und wie weit soll man ihn senken, ohne dass die erreichbaren Gesundheits-Vorteile ins Negative umschlagen?

Während es noch nicht lange her ist, dasss ein oberer Blutdruckwert (systolischer Druck) nach der Formel "Lebensalter plus 100"  als aus ärztlicher Sicht akzeptabel galt, wurde der Zielblutdruck in den vergangenen Jahren von den unterschiedlichsten Experten-Gremien für einen Siebzigjährigen von 170/100 mm HG auf maximal 140/90 mm HG abgesenkt.

Heute gilt erst ein Blutdruck von unter 140/90 mmHg als grenzwertig und somit als gerade noch akzeptabel. Menschen mit weiteren Risikofaktoren (z.B. Diabetes) wird sogar ein maximaler Blutdruck von 130/80 mm HG empfohlen.

Doch gleichzeitig beobachteten immer mehr Ärzte, dass vor allem ein massiv abgesenkter oberer Blutdruckwert bei einigen älteren Menschen die Lebensqualität negativ beeinflusst - z.B durch Schwindel, Stürze und allgemeine Schwäche.  Und auch die Herz-Kreislaufsterblichkeit nahm zu, wenn der einst stark erhöhte Blutdruck  medikamentös zu weit abgesenkt wird. 

Mittlerweile deutet sich daher ein Umdenken an.  Immer mehr Expertengremien denken darüber nach, ob sie älteren Menschen nicht höhere Ziel-Blutdruckwerte zugestehen sollten. Für Menschen über 60 , oder gar über 80,  wird daher ein oberer  Zielblutdruck von unter 150 mm HG für eben noch akzeptabel gehalten.

Aber da hoher Blutdruck keine Schmerzen verursacht,  nehmen viere Patienten ihre Bludrucksenker (Antihypertonika) nur unregelmäßig oder überhaupt nicht ein. Schuld daran sind oft die von den Ärzten zu wenig beachteten Nebenwirkungen einer konsequent durchgeführten blutdrucksenkenden medikamentösen Therapie.

Durch diese "Noncompliance" (die Anweisungen des Arztes werden nicht befolgt) kommt der Blutdruck bei diesen Patienten oft nicht einmal in die Nähe der angepeilten Zielwerte.   Ärztliche Querdenker und Pragmatiker sind daher schon zufrieden, wenn der unzulänglich abgesenkte Blutdruck  bei alten Leuten nicht über 180/100 steigt. Selbst mit diesen viel zu hohen Werten fühlen sich viele Patienten erstaunlich wohl und nehmen die theoretisch in Studien festgestellten erhöhten Herz-Kreislauf-Risiken billigend in Kauf.

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Quelle: JAMA, Februar 2017
JAMA. 2017;317(6):579-580. doi:10.1001/jama.2017
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