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07.10.2019







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Kinderheilkunde und Neurologie

 Die bisher übliche Therapie einer Gehirnerschütterung wird derzeit grundsätzlich überdacht. Ist eine frühzeitige körperliche Belastung gut für die Gesundheit?

Kinder ziehen sich relativ oft beim spielen  eine mehr oder minder  schwere Gehirnerschütterung zu.  Da jede Erschütterung des Gehirns lebensbedrohliche Folgen wie beispielsweise Bltungen haben kann, war es bisher aus Gründen der Risikominimierung üblich, vor allem Kindern und Heranwachsenden nach einem entsprechenden Unfall strenge Bettruhe und den Verzicht auf jegliche körperliche Belastung zu verordnen. 

Erst wenn alle Symptome abgeklungen waren, durften die Patienten das Bett verlassen und langsam wieder mit der körperlicher Belastung beginnen. Dass dies der Gesundung diente war zwar wissenschaftlich kaum bewiesen, wurde aber von Ärzten und Patienten instinktiv als wahrscheinlich zutreffend angesehen.

Doch nun wurde im bekannten US-Fach-Journal JAMA eine in Kanada durchgeführte Studie veröffentlicht, die diese weltweit geltende These in Frage stellt.

An einer in Kanada an zahlreichen Notfall-Zentren durchgeführten Studie nahmen 3.069 Kinder und Heranwachsende im Alter von 5 bis 18 Jahren teil.  Ein durch Zufall ausgewählter Teil der Patienten wurde bereits kurz nach Eintreten der Gehirnerschütterung unter Aufsicht erfahrener Physiotherapeuten vorsichtig körperlich belastet, während die Patienten der Kontrollgruppe wie üblich bis zum Verschwinden der auf die Gehirnerschütterung zurück zu führenden Krankheitszeichen Bettruhe einhielten und sich körperlich so wenig wie möglich belasteten.

Zur Überraschung der Forscher zeigte sich nach einem Monat, dass die frühe körperliche Belastung offenbar den Krankheitsverlauf eher positiv beeinflusst hatte. e. In dieser Patientengruppe  litten nach einem Monat nur noch 28.7% unter den für eine Gehirnerschütterung üblichen Symptomen, während es in der Gruppe der körperlich nicht belasteten Patienten 40.1% waren.   Weitere Untersuchungen werden zeigen müssen, ob in Zukunft nach einer Gehirnerschütterung eine Frühmobilisation generell angeraten werden kann - und ob diese Therapüievariante dann für alle Altersgruppen gelten soll.

mehr lesen (Kurzversion in in englischer Sprache)
Quelle: JAMA

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