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Verstopfung – was ist das eigentlich? Experte räumt mit vielen sich hartnäckig haltenden Vorurteilen auf.

Den trägen Darm gibt es wirklich. Meist ist aber der Lifestyle Schuld an Obstipation.   Normaler Stuhlgang ist für viele die normalste Sache auf der Welt. Dabei lässt sich gar nicht sagen, was „normal“ ist. Mancher geht täglich, mancher nur ein- oder zweimal die Woche – alles im grünen Bereich. Und auch Form und Aussehen sind individuell höchst unterschiedlich. Problematisch wird es erst, wenn der Stuhlgang zum Problem wird. Schweres Pressen, Schmerzen, harte Stühle, Blähungen und das unangenehme Gefühl, den Ballast nicht richtig los zu werden sind untrügliche Zeichen.

„Dabei ist es ziemlich einerlei, wie oft der Patient auf die Toilette muss“, betont Prof. Dr. Dr. Manfred Gross, Gastroenterologe aus München. Entscheidend ist der Leidensdruck. Kurzfristige Störungen der Darmtätigkeit kennt jeder. Bestehen die Beschwerden aber länger als sechs Monate spricht man von chronischer Obstipation und sollte eine Abklärung anstreben.

Etwa jeder Zehnte in der Bevölkerung ist betroffen, Frauen häufiger als Männer, Ältere häufiger als Jüngere. Die drei wesentlichen Ursachen für Darmentleerungsstörungen sind schnell aufgezählt. Eine Verlängerung der Transitzeit im Kolon, ein echter „träger Darm“ (oder slow transit colon), ist eher selten. Die Störung kann angeboren oder erworben sein. Häufiger ist ein zu starkes Eindicken des Stuhl, wobei die Regulation des Wassergehalts im Darm bis dato noch immer unklar ist. Zwar wird in solchen Fällen gern empfohlen, viel zu trinken. Das spült aber nur die Nieren durch, der Stuhl wird dadurch nicht unbedingt weicher. Flüssigkeit wird nämlich erst einmal aus dem Darm resorbiert.

Die dritte, und wahrscheinlich häufigste Ursache, sind anorektale Funktionsstörungen, die für eine korrekte Entleerung notwendigen Reflexe und Muskelaktionen arbeiten nicht richtig zusammen, beispielsweise der Druckaufbau im Rektum bei gleichzeitiger Sphinkterdilatation. Solche Funktionsstörungen treten nicht nur bei Schädigungen der Beckenbodenmuskulatur oder bei Rektozelen auf. Sie können auch Folge einer falschen Lebensweise sein, wenn der Toilettengang in der Alltagshektik zu oft unterdrückt wird oder die entsprechenden Ankündigungszeichen gar nicht erst beachtet werden. Schließlich, und das sollte nicht vergessen werden, gibt es auch eine ganze Reihe von Medikamenten, die zur Obstipation führen können (O-Ton Gross: „Eigentlich fast alle!“).

Daher sollte man stets auf zeitliche Zusammenhänge mit entsprechenden Verordnungen achten. Mit einer genauen Anamnese und wenigen Untersuchungen lässt sich eine Obstipation meist rasch abklären. Die digitale rektale Tastung ist wegweisend, zeigt sie doch, ob die Ampulle Stuhl-gefüllt ist (Entleerungsstörung) oder leer (träger Darm). Beim Pressen können Rektozelen und ausbleibende Sphinkterrelaxation ertastet werden. Ein träger Darm kann nach Gabe von röntgendichten Pellets über sechs Tage durch eine abdominelle Röntgenübersicht enttarnt werden.

Eine Koloskopie braucht man in der Regel nicht, als Krebsvorsorge ist sie jedoch durchaus angebracht. Die Therapie richtet sich nach der Ursache. An erster Stelle stehen eine angepasste Lebensweise mit mehr Bewegung und vernünftiger Ernährung sowie Toiletten- und Beckenbodentraining. Die Empfehlung für Ballaststoff-reiche Nahrung und reichliches Trinken ist zwar Standard, hieb- und stichfeste Beweise für die Wirksamkeit gibt es aber nicht. Laxanzien und Quellstoffe unterstützen die Darmtätigkeit auf unterschiedliche Weise und können oft die Darmtätigkeit bestens regulieren. Der träge Darm profitiert von prokinetisch wirkenden Substanzen. Der normale Gebrauch von Laxanzien hat auch bei längerer Anwendung keine negativen Auswirkungen, so Gross. Hier herrschen noch viele Vorurteile.

Dr. Ulrike Röper 

Quelle:  Medizin-Journalistenstammtisch, München 2012

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