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im Info-Netzwerk Medizin 2000
2.1.2026
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Soziale Netzwerke

Aktuelle Informationen und News zu den Themenkomplexen
Medizin, Gesundheit und Wohlfühlen
2012
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Gynäkologie Kosmetische Operationen in der Frauenheilkunde:
Immer mehr Frauen lassen ihre Geschlechtsteile mit Hilfe
kosmetischer Operationen an ein genormtes Schönheitsideal
anpassen, das sich an den Genitalien präpubertärer Mädchen
orientiert. Kritiker meinen, dass sich die
Wunschvorstellungen der Frauen eindeutig an pädophilen Leitbildern
der Porno-Industrie orientieren. Diesen ästhetischen Vorstellungen
nähern sich die Frauen unter anderem durch die dauerhafte
Entfernung der Schamhaare und einer operativen Verkleinerung der
Schamlippen an.
Die sog. "Schönheitsoperationen" haben
in den vergangenen Jahren in vielen Ländern einen Boom erlebt.
Da sich auch immer mehr junge Menschen derartigen operativen Eingriffen
unterziehen, ist es beispielsweise in Frankreich bereits verboten,
in Laienkreisen für kosmetische Operationen zu werben. In
Großbritannien überlegen die zuständigen Aufsichtsbehörden, ob sie
sich diesem Schritt anschließen sollen.
Seit einigen Jahren
erschließt sich im Umfeld der sog. "Schönheitschirurgie" für
chirurgisch tätige Frauenärzte und andere Chirurgen weltweit ein
völlig neues "Geschäftsgebiet" in dem viel Geld verdient
wird. Der Drang nach einem
standardisiert wirkenden "guten Aussehen" macht mittlerweile bei
Frauen selbst vor jenen intimsten Regionen des weiblichen Körpers
nicht mehr halt, die normalerweise außerhalb der Porno-Industrie
anderen Menschen nicht präsentiert werden.
Zahllose Frauen
scheinen unter anderem aufgrund eines gestörten Selbstwertgefühls
mit der anatomischen Ausprägung ihrer äußeren Geschlechtsteile so
unzufrieden zu sein, so dass sie auf die abwegig erscheinende Idee
verfallen, der Natur mit Hilfe teurer kosmetischer
Operationen ins Handwerk zu pfuschen und so ihre
Konkurrenzfähigkeit auf dem Marktplatz der Eitelkeiten zu
verbessern.
Besonders häufig lassen sich die Frauen offenbar sowohl die
kleinen Schamlippen operativ verkleinern, als auch jene Hautfalte,
die die Klitoris bedeckt und somit schützt. Durch diese
kosmetischen Eingriffe soll erreicht werden, dass die
kleinen Schamlippen, bzw. die Klitoris, möglichst vollständig von
den großen Schamlippen verdeckt werden. Dabei orientieren sich
die fehlgeleiteten erwachsenen Frauen an dem von pädophilen
Neigungen beeinflussten Idealbild der Genitalien präpubertärer
junger Mädchen. Um diesem Ideal möglichst nahe zu kommen, lassen
sich die Frauen oft zusätzlich auch die Schamhaare dauerhaft
entfernen. Die englischsprachige Ausgabe der online
Enzyklopädie Wikipedia publiziert unter anderem auch ein Foto das
deutlich macht, wie das durch kosmetische Eingriffe
angestrebte Idealbild heute aussieht. hier Die Zahl
derartiger kosmetisch bedingter operativer Eingriffe scheint sich
von Jahr zu Jahr explosionsartig zu vermehren. Die hohe Nachfrage
nach einer Korrektur der eigenen Genitalien führt dazu, dass sich in einer rechtlichen und medizinischen
Grauzone der etablierten Medizin eine Art Schmuddel-Industrie
etabliert hat in der naturgemäß keine exakten OP-Zahlen verfügbar
sind und vermutlich auch in Zukunft nicht verfügbar sein werden.
In einem Editorial hat nun die Chefredakteurin des angesehenen
Medizin-Fachblatts "British Medical Journal", Fiona Godlee, darauf
hingewiesen, dass
die Nachfrage nach derartigen verstümmelnden operativen
Veränderungen der weiblichen Geschlechtsteile offenbar von Jahr zu
Jahr weiter zunimmt.
Eine 2007 mit dem Suchbegriff "labial reduction"
(operative Verkleinerung der Schamlippen) durchgeführte
Google-Suche listete nahezu 500.000 Links auf - 47 der ersten 50
Treffer entfielen auf Anzeigen von Ärzten, bzw. Kliniken, die
diese und ähnliche kosmetische Operationen anbieten. Heute
liegt die Zahl dieser Google-Links in Google bereits bei rund 2 Millionen
und nach wie vor bieten zahllose Ärzte, bzw. Kliniken diese
fragwürdigen Dienstleistungen an. In ihrem Editorial weist Fiona Godlee auf
einen neuen Aspekt hin, der wahrscheinlich zu einer weiteren Zunahme dieser
medizinisch nicht erforderlichen kosmetischen Operationen führen wird.
Erstmalig erhielt in
diesem Herbst mit Professor
Adam
Ostrzenski nämlich ein prominenter Vertreter der kosmetischen
Gynäkologie auf der Jahrestagung der internationalen Vereinigung
der Frauenärzte und Geburtshelfer FIGO (Federation of International Gynaecologists and Obstetricians)
die Möglichkeit seinen Kolleginnen und Kollegen bestimmte
Operationstechniken vorzustellen. Diese Anerkennung der
kosmetischen Gynäkologie durch die etablierte Berufsvertretung
wurde von den anwesenden Frauenärzten zu Recht sozusagen als eine
Art Ritterschlag für das Arbeitsgebiet der kosmetischen
Gynäkologie interpretiert. Doch diese Entscheidung der
internationalen Fachorganisation FIGO wurde von anderen Ärztinnen
und Ärzten heftig kritisiert. Unter anderem kritisierte die "Medical
Women’s International Association" (MWIA) die
Einladung und schrieb an den Präsidenten der FIGO, Gamal Serour,
dass das Angebot derartiger kosmetischer Operationen die Frauen
und jungen Mädchen unter erheblichen psychologischen Druck setzt.
Bei ihnen wird durch die Aufwertung dieser Operationen automatisch der falsche Eindruck erweckt, dass alle
Schamlippen gleich auszusehen haben. Sollten die eigenen
Genitalien dem genormten Schönheitsideal -gemessen in Millimetern
- nicht entsprechen, so denken insbesondere Frauen die
unsicher sind, oder ausgeprägte Minderwertigkeitskomplexe
haben schnell, dass dies ein medizinisch akzeptierter Grund für
eine korrigierende Operation ist bei der die kleinen Schamlippen
verstümmelt werden, bzw. die Klitoris freigelegt wird. "Die
Ausführung derartiger Operationen ist für die Frauen mit einem
deutlichen Risiko für körperliche und seelische Schäden verbunden"
fasste Dr. Shelley Ross, die Präsidentin der MWIA, die
Kritik ihrer Organisation zusammen. (http://it.ly/TtcHfB).
Andere Skeptiker verweisen darauf, dass die kosmetischen
Operationen die weiblichen Genitalien vom Prinzip in
vergleichbarer Weise verstümmeln, wie die weltweit auf allen
politischen Ebenen so heftig bekämpften, in arabischen und
afrikanischen Ländern noch immer weit verbreiteten
Beschneidungsrituale. Wer das eine akzeptiert, macht sich
bei der Kritik des anderen Problems unglaubwürdig.
Fiona Godlee wies in ihrem Editorial nach darauf hin, dass sich die
FIGO zwar lobenswerter Weise am Kampf gegen die religiös bedingten
Verstümmelungen
der weiblichen Geschlechtsteile beteiligt und in ihren
entsprechenden Erklärungen "jede Art der Verstümmelung ablehnt".
Gleichzeitig hat die internationale Standesorganisation der
Frauenärzte und Geburtshelfer aber bisher keine
vergleichbare Stellungnahme zum Thema kosmetische gynäkologische
Operationen abgegeben.
Quelle:
British Medical Journal BMJ
2012;345:e7535
mehr Informationen
hier
(Website http://labiaplastysurgeon.com/labiaplasty-photos.html Zur Originalquelle
hier
( in englischer Sprache)

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aktualisiert 10.01.2026
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