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Brustkrebs-Früherkennung

Müsste das Mammographie-Screening aufgrund der hohen Rate an "Überdiagnosen" (15 - 25%) unter ethischen Gesichtspunkten eigentlich eingestellt werden?

Das in vielen Ländern angebotene Mammographie-Screening  hat vermutlich schon viele Menschenleben gerettet. Doch dies ist nur eine Seite der Medaille.  Gleichzeitig verursacht es nämlich durch eine hohe Rate an "Überdiagnosen" auch viel individuelles Leid, das sich ohne das Screening nicht eingestellt hätte. 
Von "Überdiagnosen" sprechen die Wissenschaftler im Fall von Brustkrebs immer dann, wenn aufgrund von Screening-Untersuchungen Fälle von Brustkrebs diagnostiziert werden, die ohne die Teilnehme am Mammographie-Screening zu Lebzeiten der betroffenen Frau entweder nie gefunden worden wären, oder aber bei ihr weder Beschwerden ausgelöst, noch zum Tod geführt hätten.
In der hier vorgestellten Studie, in die die Daten der weiblichen Bevölkerung Norwegens eingeflossen sind, wird die Rate der Überdiagnosen auf 15 - 25% beziffert.  Das sind 6 - 10 von 2.500 Frauen, die zu den Brustkrebs-Screening-Untersuchungen eingeladen wurden.
Die Ergebnisse der im Fachblatt "Annals of Internal Medicine" veröffentlichten Analyse werfen natürlich die Frage nach den praktischen Konsequenzen auf.  Eines ist sicher: es entspricht leider nicht - wie immer wieder behauptet wird - den Tatsachen, dass sich jede Frau automatisch einen Gefallen damit tut, wenn sie an den Screening-Untersuchungen teilnimmt.
Einige Frauen handeln sich mit ihrer Konformität sogar schwere Gesundheitsschäden - körperlicher und/oder psychischer Art - ein, denen kein Vorteil gegenüber steht. Und obgleich auch dies den Tatsachen entspricht, muss man daran erinnern, dass dieses Problem nicht rational zu lösen ist.

Es gibt nämlich derzeit auf individueller Ebene keine diagnostische Möglichkeit, eine "Überdiagnose" von einer potentiell lebensrettenden Früh-Diagnose zu unterscheiden.  Die Entscheidung Teilnahme oder Verzicht an der Teilnahme erinnert daher an ein Glücksspiel.

Diese Erkenntnis führt zwangsläufig zu der wenig populären Schlussfolgerung, dass das Brustkrebs-Screening  - zumindest bei Beachtung der seit Jahrhunderten für jeden ärztlichen Eingriff geltenden und unbestrittenen Grundregel "Zuerst einmal nicht schaden!"  - eigentlich eingestellt werden müsste.

Quelle: Annals of Internal Medicine, 2012

 

Zur Originalquelle hier (in englischer Sprache)

Textzusammenfassung für Patienten (in englischer Sprache) hier

Editorial zu dieser Studie hier

mehr Informationen zum Thema Überdiagnose Brustkrebs
( in  Schweden bei jüngeren Frauen)
hier

 

Der nachfolgend dargestellte Text wurde in der werbefreien online Enzyklopädie WIKIPEDIA  der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ für die freie Weiterverbreitung publiziert. Nähere Angaben zu dieser Lizenz finden Sie hier. Sollte Ihr Browser keine Frames darstellen, so können Sie den zum Thema Brustkrebs publizierten Text auch hier abrufen.  Angaben zu früheren Versionen dieses Textes und zu den Autoren des Beitrags finden Sie hier.

 

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