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Gelenkverschleiß Der
schmerzhaften
Arthrose kann man
nicht davon laufen: der
Verschleiß beginnt
individuell höchst unterschiedlich.
Die
Genetik spielt eine große
Rolle. Oft hilft nur der
operative Gelenkersatz (Endoprothese).
Wer rastet, der rostet – dieser Spruch gilt besonders
für die Gelenke. Was nicht benutzt wird, das degeneriert und
versteift. Aber auch ein Zuviel an Bewegung und Belastung
schadet den Gelenken. Vorbeugen lässt sich nur bedingt und
Gelenkschmerzen brauchen eine multimodale
Therapie.
„Spätestens mit Hundert hat garantiert jeder Arthrose“, erklärt
Prof. Dr. Herbert Kellner, Rheumatologe aus München. Doch der
Leidensdruck ist ebenso unterschiedlich wie der Beginn der
Gelenkschäden. In einem normalen Röntgenbild zeigt sich die
arthrotische Degeneration am besten. Doch vom Bild auf das
Befinden des Patienten zu schließen (oder gar auf die
Therapienotwendigkeit), ist unmöglich. Selbst gravierende
Gelenkveränderungen können unbemerkt bestehen und brauchen
keine Schmerzen zu bereiten.
Andererseits gibt es Patienten
mit nur geringgradig ausgeprägter
Arthrose, die einen hohen
Leidensdruck haben. Entscheidend für das Befinden ist der
Lebensstil. Ein
Leistungssportler wird durch Gelenkbeschwerden
ganz anders beeinträchtigt als ein Stubenhocker.
Anpassung der Lebensweise an die Möglichkeiten und Belastbarkeit der
Gelenke ist denn auch eine der wichtigsten Maßnahmen für die
Betroffenen. Übergewichtige sollten abnehmen, zumindest wenn
gewichtsbelastete Gelenke betroffen sind. Bei
Fingerpolyarthose, ein typisch frauliches Problem, hilft
Gewichtsreduktion selbstverständlich nicht. Hier spielt die
erbliche Belastung als Auslöser die entscheidende Rolle.
Aber
obwohl man längst weiß, dass die Veranlagung zu
Arthrose (und
auch der Zeitpunkt des Beginns) oft genetisch bedingt ist,
lässt sich kein einzelnes Gen oder eindeutige Genmuster
identifizieren. Wärme und sanfte, möglichst belastungsfreie
Bewegung tun geschädigten Gelenken gut. Fehlbelastungen (Senk-Spreizfuss
etc.) sollten vermieden werden oder mittels Orthesen reduziert
werden. Bewährt hat sich auch die lokale Anwendung von Salben
mit den verschiedensten Inhaltsstoffen. Neu auf dem Markt ist
beispielsweise ein
Phospholipid-haltiges Gel, das ins Gelenk
eindringt und gleichsam den Knorpel mit einer Schutzschicht
überzieht.
Medikamente gegen den Schmerz, angefangen bei
NSAR
bis hin zu
Opioiden, eignen sich zwar für einige Zeit, haben
aber in der Langzeitanwendung mitunter erhebliche
Nebenwirkungen.
Injektionen in die Gelenke (z.B. Kortison oder Hyaluronsäure) können ebenfalls für einige Wochen
Erleichterung verschaffen. Allerdings darf nicht vergessen
werden, dass jede Gelenkinjektion mit einem gewissen Risiko
behaftet ist und das Gelenk verletzt. Als Ultima ratio bleibt
der Gelenkersatz - bei
Hüfte und
Knie eine hervorragende
Option, bei Sprung-, Finger- oder Ellenbogengelenk weniger
geeignet. Mit einer Therapiemaßnahme ist es in der Regel nicht
getan. Aber in der Kombination, auch mit einer
gelenkschonenden Verhaltensweise, können die Betroffenen meist
ein einigermaßen
zufriedenstellendes Leben führen.
Quelle:
Autorin Dr. med. Ulrike
Röper Quelle: Medizinjournalisten-Stammtisch, München 2012
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