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die Themenkomplexe Medizin, Gesundheit und Wohlfühlen
2011
Brustkrebs-Diagnose
Neuer
Biomarker-Test gibt Auskunft darüber, ob nach einer
Brustkrebs-Operation eine Chemotherapie sinnvoll ist.
Die Medizinische Hochschule
Hannover (MHH) bietet den unter Brustkrebs leidenden Patientinnen
ein neues,
innovatives Diagnoseverfahren an das die weiteren
Therapieentscheidungen erleichtert.
Mehr als 55.000 Frauen in Deutschland erkranken jährlich
an Brustkrebs, allein in der Region Hannover gibt es jedes Jahr zwischen
1.000 und 1.400 Neuerkrankungen. Normalerweise folgt für die Betroffenen
nach der Entfernung des Tumors eine vorbeugende Chemotherapie, um
das Risiko einer Metastasenbildung zu reduzieren. Doch nicht für alle
Frauen ist die körperlich und seelisch belastende Chemotherapie wirklich
sinnvoll. An der Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover
(MHH) gibt es für die betroffenen Frauen jetzt einen Test, der Auskunft
darüber gibt, ob nach einer Operation
eine Chemotherapie medizinisch notwendig ist. Dabei erfolgt auch eine
umfassende Beratung der Patientinnen. Einige Krankenkassen übernehmen
dafür die Kosten: Mit der Techniker Krankenkasse (TK) und der Betriebskrankenkasse
(BKK) Mobil Oil hat die MHH bereits entsprechende Vereinbarungen getroffen.
"Es gibt ein gutes Vorsorgesystem und viele Frauen sind über
das Thema Brustkrebs aufgeklärt. Deshalb werden die meisten Erkrankungen
heute glücklicherweise in einem relativ frühen Stadium erkannt",
sagt Professorin Dr. Tjoung-Won Park-Simon, stellvertretende Direktorin
der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der MHH und Bereichsleiterin
Gynäkologische Onkologie. "Bei der Mehrzahl der Patientinnen
sind die Lymphknoten nicht befallen. Dennoch wird in Abhängigkeit
von den biologischen Risikofaktoren auch im frühen Stadium eine vorbeugende
Chemotherapie empfohlen - ob sie die erwünschte Wirkung hat, ist aber
nicht klar. "Alles deutet darauf hin, dass viele Frauen, bei
denen kein Lymphknotenbefall vorliegt, die Belastungen und Nebenwirkungen
einer Chemotherapie ertragen müssen, ohne einen gesundheitlichen Nutzen
daraus zu ziehen. Sie werden schlichtweg übertherapiert, die Entfernung
des Tumors, gegebenenfalls mit Bestrahlung, hätte ausgereicht",
erklärt Professorin Park-Simon. Nur bei etwa einem Drittel der Frauen
sei die Chemotherapie tatsächlich angezeigt, um der Entstehung von
Metastasen vorzubeugen.
Bei dem Test, den die MHH ihren Patientinnen anbietet, handelt es
sich um die Untersuchung sogenannter Biomarker, also charakteristischer
biologischer Merkmale, die als Indikatoren für Krankheiten gelten.
Zu diesen prognostischen Markern gehören das Eiweiß Urokinase Plasminogen
Aktivator (uPA) und dessen Gegenspieler PAI-1. Ist der Anteil an uPA/PAI-1
im Tumorgewebe niedrig, haben Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium,
bei denen keine Lymphknoten befallen sind, besonders gute Heilungschancen.
Überschreitet der Anteil einen bestimmten Schwellenwert, ist eine
Chemotherapie ratsam.
Für den Biomarker-Test ist eine Gewebeprobe aus dem Tumor erforderlich.
Diese entnimmt der Chirurg während der Operation, anschließend wird
sie von einem Pathologen untersucht. "Weil Frischgewebe benötigt
wird, sollten die Patientinnen den behandelnden Arzt unbedingt vor
der Operation auf den Test ansprechen", rät Professorin Park-Simon.
Zurzeit sind für Brustkrebs drei verschiedene Biomarker-Tests auf
dem Markt. Die MHH bietet den Test "Femtelle" an. Er wird
von Fachgremien wie der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie
e.V. und der American Society of Clinical Oncology empfohlen.
Der Test gehört nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen. Die
Frauenklinik der MHH hat darüber jedoch Vereinbarungen mit der Techniker
Krankenkasse und der BKK Mobil Oil getroffen. Für Patientinnen aus
der Region Hannover, die bei diesen Krankenkassen versichert sind,
ist der Test kostenlos. Der behandelnde niedergelassene Arzt kann
seine Patientin dafür an die MHH, aber auch an jedes andere Brustzentrum,
das sich den Verträgen angeschlossen hat, überweisen.
Grundsätzlich steht der Test in der MHH allen betroffenen Frauen zur
Verfügung, sie müssen ihn jedoch selbst bezahlen.
Quelle:Presseinformation
der MHH

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