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15.11.2017

 

 

 


HTA-Bericht: Infektionsschutz beim Einsatz künstlicher Kniegelenke


Das DIMDI hat einen neuen HTA-Bericht (Health Technology Assessment) veröffentlicht: Darin untersuchen die Autoren, ob Hygienemaßnahmen und Antibiotika vor Infektionen beim Einsatz künstlicher Kniegelenke schützen. Eine Wirksamkeit können sie jedoch auf hoher Evidenzebene für keine Maßnahme nachweisen, da hochwertige Studien fehlen.

Operationen zum Einsetzen künstlicher Gelenke bergen das Risiko für Infektionen. Bestimmte Maßnahmen mit und ohne Antibiotika sollen dem vorbeugen (Antibiotikaprophylaxe bzw. Hygienemaßnahmen). Der Stellenwert der verschiedenen Maßnahmen ist allerdings unklar. Antibiotikaprophylaxe

Auch hier ist die Datenlage unzureichend: Die Wirksamkeit der intravenösen Prophylaxe belegen Studien hoher Evidenzlevel nur im Zusammenhang mit Hüftgelenken. Die Ergebnisse erscheinen den Autoren jedoch trotz einer gewissen Unsicherheit auf den Kniegelenksersatz übertragbar. Keine Nachweise finden sich dafür, dass unterschiedliche Wirkstoffe abweichende Effekte erzielen.

In drei randomisierten kontrollierten Studien verringert das zusätzlich im Zement verabreichte Antibiotikum bei ansonsten intravenöser Gabe tiefe Infektionen signifikant. Zwar weisen die Studien unter anderem methodische Mängel auf, das finnische Endoprothesenregister stützt jedoch ihr Ergebnis: Erneute Operationen aufgrund von Infektionen sind demnach bei kombinierter Antibiotikaprophylaxe (intravenös und im Zement) signifikant seltener als bei rein intravenöser Prophylaxe.  
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