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Medizin 2000

2.1.2026

 

 

 

 

Röntgendiagnose Hüft- und Beckenbrüche:  Die Zuverlässigkeit von Standard-Röntgenaufnahmen wird offenbar  von Ärzten und Patienten gleichermaßen überschätzt.  Die Folge sind  massenhaft Fehldiagnosen, oft beim  dringenden Verdacht auf Becken- oder Hüftgelenks-Frakturen.

 

Die in der Notaufnahme von Krankenhäusern bei Hüftschmerz angefertigten "normalen " Röntgenaufnahmen sind laut einer  im American Journal of Roentgenology veröffentlichten und  am Department of Radiology, Duke University Medical Center, Durham, NC 27710, USA, durchgeführten Untersuchung für die exakte Diagnosestellung von Becken- und Hüftgelenksfrakturen kaum zu verwenden. Die Rate der Fehldiagnosen erwies sich in der Studie nämlich als überraschend hoch. Erst bei den mit Hilfe eines Magnet-Resonanz-Tomographen  (MRT) durchgeführten Zweit-Untersuchungen konnten bei den  vorwiegend älteren Erkranken exakte und vollständige Diagnosen  gestellt werden. Die Standard-Röntgenbilder waren in vielen  Fällen nicht in der Lage, die Ursachen der akuten  Hüftschmerzen zutreffend zu identifizieren.

Mit Hilfe der  Röntgenbilder wurde zahlreiche Frakturen diagnostiziert, die es in Wirklichkeit nicht gab - oder es wurden Frakturen  übersehen, die sich in der MRT eindeutig darstellten. Die Auswertung der Studienergebnisse zeigte beispielsweise, dass bei 13 von insgesamt 92 an der Studie teilnehmenden Patienten bei der anschließend durchgeführten  MRT-Untersuchung - trotz angeblich normaler Röntgenbefunde -  im Bereich des Beckens und der Hüfte 23 Knochenbrüche nachgewiesen werden konnten, die vorher nicht aufgefallen waren.  Und bei weiteren 11 Studienteilnehmern wurden mit Hilfe von  Röntgenaufnahmen Frakturen des Beckens, bzw. eines Hüftgelenks diagnostiziert, die bei der Auswertung der anschließend durchgeführten MRT nicht bestätigt werden konnten. Bei 15 Patienten mit auffälligen Röntgenbefunden - jedoch ohne direkten Frakturnachweis - konnten bei der MRT anschliessend 12 eindeutige Beckenfrakturen diagnostiziert werden, die den  Ärzten vorher entgangen waren.

Zusätzlich konnten mit Hilfe  der MRT bei 43 von 59 Patienten andere wahrscheinliche  Ursachen der akuten Hüftschmerzen identifiziert werden, die  bei der üblichen Röntgendiagnostik nicht aufgefallen waren.  Die Ergebnisse der Untersuchung legen somit den dringenden  Verdacht nahe, dass sich die Ursachen von plötzlich im  Bereich von Becken und Hüfte auftretenden Schmerzen am  besten mit Hilfe der relativ teuren MRT-Untersuchung  herausfinden lassen.

Viele Röntgenaufnahmen erweisen sich bei  Überprüfung der mit ihrer Hilfe erstellten Diagnosen als  nutzlose Geldausgabe und überflüssige Strahlenbelastung.  Die auch in Deutschland bei Hüftschmerz durchgeführten  Röntgenuntersuchungen der Beckenregion führen offenbar zu  vielen falschen und/oder unvollständigen Diagnosen und sind  somit in Hinsicht auf die Zuverlässigkeit der Diagnostik  der Magnet-Resonanz-Tomographie deutlich unterlegen.

 

 

AJR Am J Roentgenol.span 2010 Apr;194(4):1054-60.

     Radiographic detection of hip and pelvic fractures in the emergency
    department.

Kirby MWSpritzer C.

Department of Radiology, Duke University Medical Center, Durham, NC 27710, USA.

Abstract

 

OBJECTIVE: Our purpose was to evaluate the detection of hip and pelvic fractures with radiography in the emergency department.

MATERIALS AND METHODS: All MR images of the lower extremity or pelvis ordered from July 2005 through June 2008 by the emergency department after the patient had undergone radiography were retrospectively reviewed in consensus by two musculoskeletal radiologists. All radiographs and MR images were reviewed in regard to patient age and sex, MRI protocol, site of fracture, fracture identification, other possible pain generators, and unexpected findings. Receiver operating characteristics analysis was performed on the findings.

RESULTS:
A total of 92 patients and 97 examinations were included. Our patient sample (77 women, 15 men; average age, 70.8 years; range, 19-94 years) had an elderly female bias. Sixty-five of the patients had a history of trauma. Thirteen patients (14%) with normal radiographic findings were found to have 23 fractures at MRI (six hip and 17 pelvic fractures). In 11 patients (12%) MRI showed no fracture after radiographic findings had suggested the presence of a fracture. In another 15 patients who had abnormal findings on radiographs, MRI depicted 12 additional pelvic fractures not identified on radiographs. In 43 of the 59 patients (73%) without MRI evidence of a fracture, the MRI findings suggested the presence of a potential pain generator, including muscle edema and tears, trochanteric bursitis, and hamstring tendinopathy. Receiver operating characteristics analysis for the detection of hip fractures with radiography showed an area under the curve of 0.74.

CONCLUSION: Our study showed poor sensitivity of radiography in the evaluation of hip and pelvic pain in the emergency department.

PMID: 20308510 [PubMed - in process]

 

Zum Volltext hier

 

 

 

 

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