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Röntgendiagnose
Hüft- und Beckenbrüche: Die Zuverlässigkeit von Standard-Röntgenaufnahmen
wird offenbar von Ärzten und Patienten gleichermaßen überschätzt.
Die Folge sind massenhaft Fehldiagnosen, oft beim
dringenden Verdacht auf Becken- oder Hüftgelenks-Frakturen.
Die
in der Notaufnahme von Krankenhäusern bei Hüftschmerz
angefertigten "normalen " Röntgenaufnahmen
sind laut einer im American Journal of
Roentgenology veröffentlichten und am
Department of Radiology, Duke University Medical
Center, Durham, NC 27710, USA, durchgeführten
Untersuchung für die exakte Diagnosestellung
von Becken- und Hüftgelenksfrakturen kaum zu
verwenden. Die Rate der Fehldiagnosen erwies
sich in der Studie nämlich als überraschend
hoch. Erst bei den mit Hilfe eines Magnet-Resonanz-Tomographen
(MRT) durchgeführten Zweit-Untersuchungen
konnten bei den vorwiegend älteren Erkranken
exakte und vollständige Diagnosen gestellt
werden. Die Standard-Röntgenbilder waren in
vielen Fällen nicht in der Lage, die Ursachen
der akuten Hüftschmerzen zutreffend zu
identifizieren.
Mit
Hilfe der Röntgenbilder wurde zahlreiche
Frakturen diagnostiziert, die es in Wirklichkeit
nicht gab - oder es wurden Frakturen übersehen,
die sich in der MRT eindeutig darstellten.
Die Auswertung der Studienergebnisse zeigte
beispielsweise, dass bei 13 von insgesamt
92 an der Studie teilnehmenden Patienten
bei der anschließend durchgeführten MRT-Untersuchung
- trotz angeblich normaler Röntgenbefunde
- im Bereich des Beckens und der Hüfte
23 Knochenbrüche nachgewiesen werden konnten,
die vorher nicht aufgefallen waren. Und
bei weiteren 11 Studienteilnehmern wurden
mit Hilfe von Röntgenaufnahmen Frakturen
des Beckens, bzw. eines Hüftgelenks diagnostiziert,
die bei der Auswertung der anschließend
durchgeführten MRT nicht bestätigt werden
konnten. Bei 15 Patienten mit auffälligen
Röntgenbefunden - jedoch ohne direkten Frakturnachweis
- konnten bei der MRT anschliessend 12 eindeutige
Beckenfrakturen diagnostiziert werden, die
den Ärzten vorher entgangen waren.
Zusätzlich
konnten mit Hilfe der MRT bei 43 von
59 Patienten andere wahrscheinliche Ursachen
der akuten Hüftschmerzen identifiziert werden,
die bei der üblichen Röntgendiagnostik
nicht aufgefallen waren. Die Ergebnisse
der Untersuchung legen somit den dringenden
Verdacht nahe, dass sich die Ursachen
von plötzlich im Bereich von Becken
und Hüfte auftretenden Schmerzen am besten
mit Hilfe der relativ teuren MRT-Untersuchung
herausfinden lassen.
Viele
Röntgenaufnahmen erweisen sich bei Überprüfung
der mit ihrer Hilfe erstellten Diagnosen
als nutzlose Geldausgabe und überflüssige
Strahlenbelastung. Die auch in Deutschland
bei Hüftschmerz durchgeführten Röntgenuntersuchungen
der Beckenregion führen offenbar zu vielen
falschen und/oder unvollständigen Diagnosen
und sind somit in Hinsicht auf die
Zuverlässigkeit der Diagnostik der
Magnet-Resonanz-Tomographie deutlich unterlegen.
AJR
Am J Roentgenol.span 2010
Apr;194(4):1054-60.
Radiographic detection of
hip and pelvic fractures
in the emergency
department.
Kirby MW, Spritzer
C.
Department
of Radiology, Duke University
Medical Center, Durham,
NC 27710, USA.
Abstract
OBJECTIVE:
Our purpose was to evaluate
the detection of hip and
pelvic fractures with
radiography in the emergency
department.
MATERIALS AND
METHODS: All
MR images of the lower
extremity or pelvis ordered
from July 2005 through
June 2008 by the emergency
department after the patient
had undergone radiography
were retrospectively reviewed
in consensus by two musculoskeletal
radiologists. All radiographs
and MR images were reviewed
in regard to patient age
and sex, MRI protocol,
site of fracture, fracture
identification, other
possible pain generators,
and unexpected findings.
Receiver operating characteristics
analysis was performed
on the findings.
RESULTS: A total
of 92 patients and 97
examinations were
included. Our patient
sample (77 women, 15 men;
average age, 70.8 years;
range, 19-94 years) had
an elderly female bias.
Sixty-five of the patients
had a history of trauma.
Thirteen patients (14%)
with normal radiographic
findings were found to
have 23 fractures at MRI
(six hip and 17 pelvic
fractures). In 11 patients
(12%) MRI showed no fracture
after radiographic findings
had suggested the presence
of a fracture. In another
15 patients who had abnormal
findings on radiographs,
MRI depicted 12 additional
pelvic fractures not identified
on radiographs. In 43
of the 59 patients (73%)
without MRI evidence of
a fracture, the MRI findings
suggested the presence
of a potential pain generator,
including muscle edema
and tears, trochanteric
bursitis, and hamstring
tendinopathy. Receiver
operating characteristics
analysis for the detection
of hip fractures with
radiography showed an
area under the curve of
0.74.
CONCLUSION:
Our study showed poor
sensitivity of radiography
in the evaluation of hip
and pelvic pain in the
emergency department.
PMID:
20308510 [PubMed - in process]
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