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Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau Rudolf-Werner
Dreier
Weltweit
erste navigierte Wirbelsäulenoperation mit einem neuen
Flachdetektor
3D Röntgengerät
Weltweit
zum ersten Mal wurde heute in der Neurochirurgie des Universitätsklinikums
Freiburg eine navigierte Wirbelsäulenoperation mit
einem neuen Flachdetektor 3D Röntgengerät durchgeführt.
Bei
komplizierten
Wirbelsäulenoperationen können zur besseren
Orientierung für den Chirurgen Röntgenbilder mit
einem mobilen Durchleuchtungsgerät gemacht werden.
Dieses wird wegen seiner Form auch C-Bogen genannt. Bei
dem neuen Flachdetektor 3D C-Bogen handelt es sich um die
Weiterentwicklung der analogen zur digitalen Technik. Die
neue Flachdetektor-Technik führt zu einer Strahlenreduktion,
aber vor allem zu verzerrungsfreien und damit auch in den
Randbereichen exakten digitalen Bildern. Der Flachdetektor
3D C-Bogen ist in der Lage, für die 3D Bildgebung,
ähnlich wie ein Computertomograph, aus mehreren in
verschiedenen Positionen aufgenommenen Bildern einen 3D
Bilddatensatz zu berechnen. Hieraus können dann Schnittbilder
in beliebigen Ebenen rekonstruiert werden. Da dies aus den
verzerrungsfreien digitalen Bilddaten erfolgt, wird eine
sehr hohe Bildqualität erreicht.
Bei den bislang verwendeten analogen Bildverstärkern
trifft der Röntgenstrahl, nachdem er durch den Körper
des Patienten unterschiedlich abgeschwächt wurde, auf
eine fluoreszierende Scheibe. Je nach Stärke der Strahlung
löst er dort ein mehr oder weniger helles Leuchten
aus. Dahinter befindet sich eine Vakuumröhre, an deren
Ende eine analoge Kamera das Leuchten aufnimmt und auf einem
Monitor anzeigt. Die Abbildungsgenauigkeit nimmt dabei systembedingt
zu den Rändern hin ab, wodurch Verzerrungen entstehen.
Beim digitalen Flachdetektor trifft der Röntgenstrahl
direkt auf eine digitale Aufnahmefläche (Detektor),
auf der für jeden Punkt separat die Strahlenintensität
aufgezeichnet und dann auf einem Monitor angezeigt wird.
Diese Technik führt nicht zu Verzerrungen. Da der Detektor
zudem viermal mehr Graustufen darstellen kann und somit
detailgetreuer ist als der Bildverstärker, kann mit
geringerer Strahlendosis ein besseres Bild erzeugt werden.
Während der Operation wird ein Bilddatensatz aufgenommen,
an das Navigationssystem übertragen und dort automatisch
eingelesen. Der Neurochirurg positioniert anschließend
mit einem navigierten Instrument millimetergenau die Schrauben
für eine minimal invasive Wirbelsäulenstabilisierung.
Das Navigationssystem im OP zeigt dazu, wie bei einem GPS
System im Auto, auf dem Monitor das Schnittbild des Patienten
an. In dieses Bild wird die Schraube, die platziert werden
soll, virtuell eingeblendet, wobei jede Bewegung des navigierten
Instruments am Körper sofort im Bild verfolgbar ist.
Die Operation wird durch den Einsatz dieses weltweit nun
erstmals verfügbaren OP-Systems sicherer und einfacher,
in einigen Fällen sogar schneller.
Die von diesem System erreichte Präzision ist beispielsweise
erforderlich, wenn in Knochenkanälen der Wirbelsäule
von knapp fünf Millimeter Durchmesser, die unmittelbar
von den wichtigen Strukturen Rückenmark, Spinalnerven
und Hirngefäßen umgeben sind, vier Millimeter
dicke Schrauben zur Stabilisierung der Wirbelsäule
verankert werden müssen. Das weltweit nun erstmals
verfügbare OP-System ist das Ergebnis einer Kooperation
der Neurochirurgen der Universitätsklinik Freiburg
mit den Entwicklern des Navigationssystems (Spine Map 3D,
Stryker-Leibinger, Freiburg) und den Flachdetektor 3D C-Bogen
Entwicklern (Vision FD Vario 3D, Ziehm, Nürnberg).
Es besticht insbesondere durch eine optimierte Benutzerführung,
die das OP-Team nicht vom eigentlichen Mittelpunkt ablenkt:
dem Patienten.
Kontakt:
Dr. Ulrich Hubbe
Neurochirurgie des Universitätsklinikums
E-Mail: hubbe@uni-freiburg.de
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