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Bluthochdruck-Behandlung:
Die Arterielle Hypertonie, im täglichen
Sprachgebrauch auch Bluthochdruck genannt,
ist ein Krankheitsbild, bei dem der Blutdruck
des arteriellen Gefäßsystems chronisch erhöht
ist. Nach Definition der WHO gilt ein systolischer
Blutdruck höher als 140 mmHg oder ein diastolischer
Blutdruck größer als 90 mmHg als Hypertonie.
Die Krankheitshäufigkeit liegt bei 10-50 %
der Gesamtbevölkerung, wobei die Häufigkeit
mit dem Alter deutlich ansteigt.
Aufgrund
des Charakters als "Volkskrankheit"
und der hohen Kostenbelastung ist die Frage
von größter Wichtigkeit, welches Medikament
zu Beginn einer
Hypertonie-Therapie eingesetzt werden
sollte. Die Auswahl an unterschiedlichen
Arzneimitteln ist groß. Viele Wirkstoff
haben ein Nebenwirkungspotential, das Ärzten
und Patienten Sorgen bereitet. Um die Frage
nach dem sog. first-line-Medikament aufgrund
wissenschaftlicher Fakten beantworten zu können,
hat jetzt eine Arbeitsgruppe an der
Universitär von British Columbia die vorhandene
wissenschaftliche Literatur analysiert und
kam zu dem Ergebnis, dass niedrig dosierte
Thiazide (das sind harntreibende Medikamente
aus der Wirkstoffgruppe der Diuretika beispielsweise
als Disalamil® , Briserin®oder Esidrix®
in den Apotheken verfügbar), die meisten Vor-
und die geringsten Nachteile bieten. Damit
überflügeln sie unter anderem Medikamente
aus den Wirkstoffgruppen Betablocker, ACE-Hemmer,
Kalzium-Antagonisten und auch Alpha-Blocker.
Die
verordneten Thiazide senkten die allgemeine
Sterblichkeit um 10%, die Zahl der Schlaganfälle
um nahezu 40% und in niedriger Dosierung
verminderten die Medikamente außerdem die
Häufigkeit der als Herzinfarkt-Risikofaktor
angesehenen Koronaren Herzkrankheit (KHK)
um rund 30%.
Dieses
Ergebnis der Untersuchung hat auch für Deutschland
eine große praktische Bedeutung, da Diuretika
über zwei Jahrzehnte lang - wie man heute
weiß zu Unrecht - als besonders nebenwirkungsreich
angesehen wurden. Es kommt hinzu, dass die
harntreibenden Thiazide zur Gruppe der besonders
preisgünstigen Medikamenten gehören.
Interessant ist, dass die gefundenen Vorteile
in erster Linie für niedrig dosierte Thiazide
gelten und nicht automatisch auch für die
Hochdosis-Therapie oder andere Diuretika.
Diese Erkenntnis widerlegt abermals
das bei Ärzten und Patienten gleichermaßen
verbreitete Vorurteil, dass viel immer auch
viel hilft...
Dr.
med. Jochen Kubitschek
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Thema Bluthochdruck-Behandlung
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