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Hyperthermie
Quellen: hier
Hyperthermie-Therapie
bei Blasenkrebs
und anderen bösartigen Tumoren:
die zusätzliche Anwendung von Wärme in der Krebstherapie
(additive Krebstherapie) wurde über Jahrzehnte von ausschließlich
schulmedizinisch ausgerichteten
Onkologen als eine Form
der Scharlatanerie abgetan. Schon der Vorzeige-Wissenschaftler
Manfred von Ardenne, der sich
in der DDR unter anderem der Erforschung der Hyperthermie
bei Krebs widmete, hatte es schwer, seinen Forschungsergebnissen
Anerkennung zu verschaffen.
Auf dem Gebiet der Medizin entwickelte
von Ardenne unter anderem die sogenannte systemische
Krebs-Mehrschritt-Therapie zur Krebsbehandlung, bei
der der Krebs und die
Metastasen
durch
Hyperthermie
(Fiebertherapie/Überwärmung/Wärmetherapie) ggf. in Kombination
mit einer Chemotherapie in mehreren Behandlungsstufen
bekämpft wurede. Von Ardenne war der Erste, der die Hyperthermie
zur Krebsbekämpfung einsetzte. Da dieses Verfahren sehr
anstrengend ist, setzte er zur Unterstützung der Patienten
während der Behandlung Sauerstoff ein.
Noch heute kommt die
Hyperthermie-Therapie oft
in den Praxen von Alternativmedizinern
und Heilpraktikern zum Einsatz. Doch dies wird und muss
sich in naher Zukunft ändern. Immer mehr nach schulmedizinischen
Regeln konzipierte wissenschaftliche Studien untersuchen
die Wirkung der immer zusätzlich
(additiv/supportiv) zur Standardtherapie eingesetzten
Hyperthermie
und kommen dabei zu sehr ermutigenden Schlüssen.
Solide wissenschaftliche Studien werden die Hyperthermie
fördern
Der renommierte US-Krebsspezialist
Dr. Ralph Moss schrieb kürzlich in seinem kostenlos
vertriebenen Newsletter
Cancer Decisions
"Ein Sieg der
Hyperthermie bei Blasenkrebs".
Und in der Tat zeigen gleich mehrere
Studien, dass sich die Behandlungsergebnisse durch den zusätzlichen
Einsatz der regionalen, tiefen
Hyperthermie deutlich optimieren
lassen. So verbesserte beispielsweise die
regional
angewandte Wärme die 5-Jahres-Überlebenszeit
der unter Blasenkrebs
leidenden Patienten von 67% auf 80%. Die lokale Tumor-Kontrollrate
stieg von 63% auf 81% und die tumorspezifische Überlebensrate
lag bei 88%, das metastasenfreie Überleben bei 89% und in
96% konnte die Blase
in den in der Studie ausgewerteten 3 Jahren erhalten
werden.
Eine Arbeitsgruppe um Dr. Michael Wittlinger
fand an der Universität Erlangen heraus, dass der Therapieerfolg
bei Blasenkrebs-Patienten um so überzeugender
ausfiel, je häufiger die additiven
Wärmeanwendungen zur Anwendung kamen. Die Anwendungshäufigkeit
schwankte in der Studie pro Woche zwischen 1x und 7x.
Aus der Tatsache, dass sich die publizierten
Ergebnisse auf die durchschnittliche
Anwendungshäufigkeit bezogen darf man schlussfolgern,
dass die Ergebnisse bei den Patientinnen und Patienten ganz
hervorragend waren, die jeden Tag eine Hyperthermie-Therapie
erhielten. Diese ermutigenden Forschungsergebnisse wurden
auch durch andere wissenschaftliche Studien bestätigt.
In einer im angesehenen Fachblatt Journal
of Clinical Oncology publizierten Multicenter-Studie
fand eine Forschergruppe um Dr. Renzo Columbo, Mailand,
Italien, heraus, dass die
Blasentumore nach ausschließlicher
Chemotherapie in 57,5% der Fälle wieder auftraten. Bei gleichzeitigem
Einsatz der lokalen tiefen Hyperthermie sank diese Rate
aber drastisch auf 17,1%.
Sehr
ermutigende Ergebnisse erbrachte auch eine bereits im Jahr
2000 am Erasmus Medical Center, Niederlande,
durchgeführte Untersuchung. Diese Studie wurde in der weltweit
wohl renommiertesten medizinischen Fachzeitung
The Lancet veröffentlicht.
Zusammen mit seinen Kollegen fand Dr. Jacoba van der Zee
heraus, dass die bei 101
Blasenkrebs-Patienten angewandte additive,
tiefe lokale Hyperthermie zu einer deutlich besseren
Ansprechrate des Tumors führte. Bei alleiniger Anwendung
der üblichen Bestrahlungstherapie verschwand der Tumor in
51% der Fälle - kam aber zusätzlich die nebenwirkungsarme
lokale,
tiefe Hyperthermie zum Einsatz, stieg die Rate
des völligen lokalen Verschwindens des Tumors auf 73%. Immerhin
eine Verbesserung des Therapieerfolgs um 22%.
Im
Verlauf dieser Studie wurde die Hyperthermie auch bei Patientinnen
mit
Gebärmutterhalskrebs angewandt. Dadurch
stieg die drei-Jahres-Überlebensrate bei den Kranken von
27% auf 51%. Zumindest in Holland gehört die additive Hyperthermie
seither zur Standardtherapie bei Gebärmutterhalskrebs.
Die Deutsche-Krebs-Gesellschaft (DKG) empfiehlt aufgrund
der vorliegenden wissenschaftlichen Fakten den Einsatz der
Hyperthermie-Therapie.
Quellen:
Colombo R, Da Pozzo LF, Salonia A, et al.
Multicentric study comparing intravesical chemotherapy alone
and with local microwave hyperthermia for prophylaxis of
recurrence of superficial transitional cell carcinoma.
J. Clin. Oncol. 2003;21:4270-4276.
Franckena M, Stalpers LJ, Koper PC, et al.
Long-term improvement in treatment outcome after radiotherapy
and hyperthermia in locoregionally advanced cervix cancer:
an update of the Dutch Deep Hyperthermia Trial. Int
J Radiat Oncol Biol Phys. 2008;70:1176-1182.
Franckena M, Lutgens LC, Koper PC, et al. Radiotherapy
and hyperthermia for treatment of primary locally advanced
cervix cancer: results in 378 patients. Int J Radiat
Oncol Biol Phys. 2009;73:242-250.
Paroni R, Salonia A, Lev A, et al. Effect
of local hyperthermia of the bladder on mitomycin C pharmacokinetics
during intravesical chemotherapy for the treatment of superficial
transitional cell carcinoma. Br J Clin Pharmacol.
2001;52:273-278.
Wittlinger M, Rödel CM, Weiss C, et al.
Quadrimodal treatment of high-risk T1 and T2 bladder cancer:
transurethral tumor resection followed by concurrent radiochemotherapy
and regional deep hyperthermia. Radiother Oncol.
2009;93:358-363.

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