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Medizin 2000

2.1.2026

 

 

 

 

 


Die Herzinfarkt-Vorbeugung durch Langzeiteinnahme von niedrig dosiertem Aspirin (ASS = Azetylsalizylsäure) lohnt sich aufgrund des deutlich erhöhten Blutungsrisikos offenbar nur im Rahmen der sog. "Sekundäre Prävention" - also bei Patienten, die in der Vergangenheit bereits einen Herzfarkt oder Schlaganfall überlebt hatten und somit ein erhöhtes Risiko für einen Zweit-Schlaganfall oder -Herzinfarkt haben. 

In einer staatlich finanzierten Studie (UK Medical Research Council)  wies eine Arbeitsgruppe um Professor Colin Baigent, Universität Oxford, UK, nach, dass sich die bisher empfohlene Herzinfarkt-Vorbeugung durch die Einnahme kleiner Mengen von ASS (Aspirin= Azetyklsalizylsäure) wissenschaftlich nicht überzeugend begründen läßt. Dies gilt zumindest für die sogenannte "primäre Prävention" bei Menschen, die bisher weder einen Schlaganfall erlitten hatten, noch einen Herzinfarkt. Für dieses Segment der im Fachblatt The Lancet publizierten Metaanalyse wurden die Daten von 95.000 Patienten ausgewertet, die an 16 Studien teilgenommen hatten. Zwar wurde die Zahl schwerer Herz-Kreislauferkrankungen durch die Einnahme von ASS um 12% gesenkt - doch diesem Vorteil  stand eine Erhöhung des Risikos für Magen-Darmblutungen von rund 30% gegenüber. Bei bisher herzgesunden Menschen kann die Aspirin-Prophylaxe somit nach Meinung der Autoren der Untersuchung nicht empfohlen werden.
Anders sah es bei jenen 17.000 Patienten aus, die in der Vergangenheit bereits einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erlitten hatten. Diese Patienten hatten an an 6 Studien teilgenommen. 
Es zeigte sich, dass im Zuge dieser sog. "sekundären Prävention" das Risiko für einen erneuten Schlaganfall, bzw. Herzinfarkt durch Aspirin um 20% gesenkt werden konnte.  Hier kamen die Forscher zu dem Schluss, dass diese Risikosenkung groß genug ist, um das nach ASS ebenfalls leicht erhöhte Blutungsrisiko billigend in Kauf zu nehmen.

 

 


Quelle: Studie (UK Medical Research Council)

 

 

 

 


 

 

 

THE LANCET: Press Release

ASPIRIN IN PRIMARY PREVENTION: REDUCES HEART ATTACKS, BUT INCREASES BLEEDS—SO NET VALUE UNCERTAIN

Use of aspirin by people with no history of relevant disease (primary prevention) reduces non-fatal heart attacks by around a fifth—but it also increases the risk of internal bleeding by around a third. Thus its long-term use in this population is of uncertain net benefit since these benefits and risks could cancel each other out. For secondary prevention (among those who already have occlusive vascular disease), aspirin’s benefits generally outweigh its small risks. The findings are discussed in an Article published in this week’s edition of The Lancet.

In this UK Medical Research Council funded study, Professor Colin Baigent, Clinical Trial Service Unit and Epidemiological Studies Unit (CTSU), University of Oxford, UK, and colleagues did an individual patient meta-analysis of serious vascular events (heart attack, stroke, or vascular death) and major bleeds in
six primary prevention trials, involving 95,000 people at low-average risk, and 16 secondary prevention trials, involving 17,000 people at high risk.
The studies compared long-term aspirin use with control.

The researchers found that in the primary prevention trials, aspirin reduced the already small risk of serious vascular events (stroke, heart attack, vascular death) by 12%, mainly due to the reduction in non-fatal heart attack mentioned above. There was no significant difference in stroke or in vascular mortality, but the small risk of internal bleeds increased by around a third in those given aspirin.

In the secondary prevention studies
, where people had already had a stroke or heart attack and were at substantial risk of recurrence, aspirin reduced the risk of serious vascular events by about a fifth, and this benefit clearly outweighed any small extra risk of bleeding. In both sets of trials, the proportional reductions in vascular events were similar for men and women.

The authors conclude: “The currently available trial results…do not seem to justify general guidelines advocating the routine use of aspirin in all healthy individuals above a moderate level of risk for coronary heart disease.”

Professor Baigent adds*: “Drug safety really matters when making recommendations for tens of millions of healthy people. We don’t have good evidence that, for healthy people, the benefits of long-term aspirin exceed the risks by an appropriate margin. If effectiveness is uncertain, then cost-effectiveness calculations are irrelevant.”

In an accompanying Comment, Professor Ale Algra and Dr Jacoba P Greving, University Medical Centre Utrecht, Utrecht, Netherlands, use a cost-effectiveness model to create a table** showing which populations might or might not benefit from aspirin in primary prevention — which shows that, in most cases, it is not justified. They conclude: “Patients might not wish to be medicalised —such considerations are important in the decision to take aspirin or not. Whether statins should be preferred above aspirin is a different and difficult question that needs careful consideration too. Apart from drug treatment, one must not forget the importance of lifestyle changes, such as cessation of smoking, healthy diet, and regular exercise.”

For Professor Colin Baigent, please contact UK Medical Research Council Press Office T) press.office (at)headoffice.mrc.ac.uk

Professor Ale Algra, University Medical Centre Utrecht, Utrecht, Netherlands T)  a.algra (at) umcutrecht.nl

For full Article and Comment, see: http://press.thelancet.com/aspirin.pdf

Note to editors: *Quote direct from Professor Baigent and cannot be found in text of the Article

 

 

 

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