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2.1.2026
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Pneumokokken-Impfung
Multiresistente
Pneumokokken-Lungenentzündung (Pneumokokken-Pneumonie): Vorbeugung
durch Pneumokokken-Impfung vor der Urlaubsreise
Weltweit nimmt die Verbreitung von multiresistenten Pneumokokken,
die häufigste Ursache ambulant erworbener Lungenentzündungen,
zu. In einigen beliebten Reiseländern wie Spanien, Frankreich
und Griechenland ist das Risiko für schwer verlaufende Pneumokokken-Erkrankungen
mit tödlichem Ausgang deutlich erhöht. „Prävention vor solchen
Krankheitsverläufen sowie vor der Ausbreitung multiresistenter
Stämme bietet der Pneumokokken-Impfstoff“, so Professor Joachim
Lorenz vom Kompetenznetz Ambulant Erworbene Pneumonie (CAP-Netz).
„Insbesondere reisefreudige ältere und chronisch kranke Menschen
sollten sich impfen lassen, bevor sie in diese Länder reisen.“
Pneumokokken sind die häufigsten Erreger der ambulant erworbenen
Pneumonie, der weltweit meist registrierten Infektionskrankheit.
Die Ausbreitung antibiotikaresistenter Pneumokokkenstämme hat
in den letzten 15 Jahren weltweit stark zugenommen. Darüber hinaus
treten Resistenzen gegen häufig eingesetzte Antibiotika sogar
kombiniert auf und erschweren die Therapie zusätzlich. In Deutschland
liegt der Anteil resistenter Streptococcus pneumoniae Stämme mit
bis zu zehn Prozent gegen Penizilline und rund 15 Prozent gegen
Makrolid- und Tetrazyklinantibiotika noch vergleichsweise niedrig.
In vielen Ländern mit großzügigem Antibiotikaeinsatz liegt die
Resistenzrate für Penizilline zwischen 30 bis 50 Prozent und für
Makrolide bei bis zu 60 Prozent. Penizillin- und Makrolidresistenzen
treten bereits in 60 Prozent der Fälle kombiniert auf. Auch gegen
neue Antibiotika der Fluorochinolongruppe sind erste Resistenzen
nachgewiesen.
Zu
den Ländern mit hohen Resistenzraten zählen viele beliebte
Urlaubsziele wie Spanien, Frankreich, Griechenland, Irland und
USA. Reisefreudige ältere und chronisch kranke Menschen setzen
sich dort nicht nur einem erhöhten Infektionsrisiko mit multiresistenten,
unzureichend therapierbaren Pneumokokken aus, sondern tragen auch
zu deren Verbreitung bei.
Risikofaktoren für eine Pneumokokken-Pneumonie sind neben einem
Alter über 60 Jahren insbesondere ein schlechter Immunstatus
und das Vorhandensein von Begleiterkrankungen. Vorangegangene
Behandlungen mit Antibiotika begünstigen die Resistenzentwicklung,
weil die Bakterien bereits vor Auslösung einer Pneumonie längere
Zeit den Nasen-Rachen-Raum besiedeln und daher die Verabreichung
von Antibiotika Selektion und Entwicklung resistenter Pneumokokken
fördern kann. Deshalb sollten Antibiotika der gleichen Wirkstoffgruppe
nach Meinung von Experten möglichst nicht im kurzen zeitlichen
Abstand eingenommen werden.
„Wenn
eine Pneumokokken-Erkrankung auftritt, ist für die Wahl des Antibiotikums
auch die Reisevorgeschichte wichtig: Vor allem bei Behandlung
von Patienten, die während oder nach einer Reise in Länder mit
erhöhten Antibiotikaresistenzen erkranken,“ so
Professor Joachim Lorenz. Den Ärzten rät er: „Vermeiden Sie allgemein
einen unnötigen Einsatz von Antibiotika, achten Sie im Bedarfsfall
auf eine ausreichend hohe Dosierung sowie Einnahmedauer, und impfen
Sie gefährdete Personen. Damit können Sie helfen, Resistenzinduktion
wie Ausbreitung multiresistenter Pneumokokken zu minimieren und
die Wirksamkeit der Antibiotika zu erhalten.“
In
Deutschland wird die Pneumokokken-Impfung allen Personen über
60 Jahren, chronisch Kranken und immungeschwächten Patienten empfohlen.
Der Impfstoff enthält Antigene der 23 vorherrschenden Typen von
Streptococcus pneumoniae, die 90 Prozent der Pneumokokken-Erkrankungen
verursachen und senkt nachweislich Vorkommen und Sterblichkeit
ambulant erworbener Pneumokokken-Pneumonien.
Pneumokokken-Erkrankungen fordern weltweit jedes Jahr über eine
Million Menschenleben. Die Sterblichkeit einer schweren Pneumokokkenpneumonie
beträgt trotz heutiger Therapiemöglichkeiten bei älteren Menschen
30 bis 50 Prozent. In Deutschland sterben jedes Jahr rund 12.000
Menschen infolge einer Pneumokokken-Erkrankung. In manchen Fällen
verläuft die Pneumokokken-Erkrankung so rasant, dass eine Behandlung
oft zu spät kommt. „Streptococcus pneumoniae gehört zusammen mit
den Influenzaviren zu den häufigsten potenziell tödlichen Krankheitserregern
gegen die eine Impfung vorbeugen kann,“ resümiert Ralf René Reinert
vom Nationalen Referenzzentrum für Streptokokken (NRZ), Aachen.
„Daher ist es nicht nur bedauerlich, sondern geradezu nachlässig,
dass in einem Land wie Deutschland nur fünf bis sieben Prozent
der gefährdeten Personen geimpft sind.“
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