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MEDIZIN 2000
 

15.11.2017

 

 

 

Quelle: Fachblatt JAMA

 

Sensationelle neue Daten aus den USA belegen: was heute weltweit hysterisch als Übergewicht bekämpft wird, scheint in Wirklichkeit das Idealgewicht zu sein.

Die Ergebnisse der NHANES-Studie zeigen, daß „übergewichtige“ Menschen länger leben als normal- und untergewichtige. Erst extreme Formen der Fettsucht scheinen das Sterberisiko im Vergleich zum Untergewicht tatsächlich zu erhöhen.

Von Dr. med. Jochen Kubitschek

Weltweit glauben Millionen Frauen offenbar aus tiefster Überzeugung an die Lebensweisheit „Eine Frau kann nicht zu reich, oder zu dünn sein“. Dieses Vorurteil wird von einem Heer von Gesundheitsberatern unterstützt – nicht ganz ohne eigennützige Hintergedanken beispielsweise von Seiten der Diät-Berater. Doch nun zwingen neueste Forschungsergebnisse dazu, zumindest den zweiten Teil dieser immer wieder kolportierten Aussage kritisch zu überdenken.

Klapperdürr ist weder schön, noch gesund

Schon lange hatten intelligente Menschen mehr oder weniger heimlich die Frage gestellt, ob das seit Jahrzehnten von klapperdürren Fotomodellen repräsentierte Schönheitsideal tatsächlich der Gesundheit zuträglich sein kann – denn als schön empfand ohnehin kaum jemand die an Junkies unmittelbar vor dem goldenen Schuß erinnernden Hungerhaken. Nun endlich bekommen die Skeptiker eine aus seriöser Quelle stammende, wissenschaftlich gut abgesicherte Antwort, die ihre Zweifel nachträglich bestätigt: „Natürlich ist es nicht gesund, wenn man untergewichtig ist.“

Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte eine renommierte  Wissenschaftlergruppe um Katherine M. Flegal von den staatlichen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Atlanta, und dem National Cancer Institute, Bethesda, im angesehenen Fachblatt JAMA (Journal of the America Medical Association) eine Studie, die an den derzeit geltenden Grundfesten der medizinischen Wissenschaft rüttelt.

Untersuchung zeigt: was als Übergewicht gilt ist gesund

Seit 1971 werden in den USA von den CDC im Zuge der NHANES-Studie (National Health and Nutrition Examination Survey) Daten zusammengetragen und statistisch ausgewertet – zuletzt im Jahr 2000. Die Forscher um Katherine M. Flegal setzten nun das individuelle Sterberisiko in Bezug zum errechneten Body Mass Index (BMI) , einer Meßeinheit, die auch in Deutschland oft dazu verwendet wird um Unter-, Normal- und Übergewicht zu definieren. Der BMI berücksichtigt Körpergewicht und  -größe und ermöglicht so eine objektive Beurteilung des Gewichts. Errechnet wird der BMI nach der Formel Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße mal Körpergröße in Metern.

Bei der Untersuchung kamen die Wissenschaftler zu überraschenden Ergebnissen, die die generelle Annahme, daß Übergewicht die Lebenserwartung vermindert, nicht nur widerlegen, sondern sogar in ihr Gegenteil verkehren.

Auf die USA umgerechnet zeigte sich nämlich, daß die Extra-Pfunde (BMI 25-29) im Vergleich zu normalgewichtigen Personen (BMI 18.5 – 24) dazu führen, daß im Jahr 2000 über 86.000 übergewichtige Menschen weniger starben.

Erst extreme Fettsucht ist schädlich

Erst die extreme Fettsucht (BMI gleich oder höher als 30) führte hingegen zu 112.000 zusätzlichen Todesfällen und Untergewicht (BMI niedriger als 18.5) war mit 33.746 zusätzlichen Todesfällen verbunden. Bei näherer Analyse der Daten zeigte sich, daß das zusätzliche Körpergewicht – im englischsprachigen Raum oft als „love handles“ (Liebesgriffe) bezeichnet - sogar noch weiter entlastet wurde. Von den zusätzlichen 112.000 Todesfällen, die auf das Konto der wirklich Dicken gingen, entfielen 82.000 auf Fälle extremer Fettsucht. In diese Gruppe werden aber nur etwa 8% der Amerikaner eingeordnet.

Es zeigte sich somit, daß das insbesondere von vielen Mädchen und Frauen angestrebte Untergewicht zwar nicht so schädlich ist wie extreme Fettsucht – doch gefährlicher als deutliches Übergewicht ist sie offenbar allemal. Das wird durch den Umstand verdeutlicht, daß Untergewicht in den USA wahrscheinlich ein zusätzliches Sterberisiko verursacht, das in nur zwei Jahren mehr Amerikaner das Leben kostet als der Vietnamkrieg in 20 Jahren.

Mit der Veröffentlichung dieser neuen Bewertung der behördlich zusammengetragenen Daten machen die CDC sozusagen eine Kehre um 180 Grad. Noch vor wenigen Monaten hatten führende Epidemiologen nämlich verkündet, daß in den USA pro Jahr 365.000 vorzeitige Todesfälle auf das Konto von Übergewicht gehen. Damit würde das weit verbreitete Übergewicht angeblich schon bald das Rauchen als den wichtigsten Grund für vermeidbare vorzeitige Todesfälle ablösen. Damit wird es nun wohl nichts werden. Der Soziologieprofessor Barry Glassner brachte das Problem in der New York Times auf den Punkt „Was heute offiziell als Übergewicht angeprangert wird, ist in Wirklichkeit das optimale Gewicht.“

 

 

 

 

 

 

 

 

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