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im Info-Netzwerk Medizin 2000
2.1.2026
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Quelle:
New England Journal of Medicine
Grippe
Impfung: Not macht erfinderisch
Der derzeit in den USA bestehende Mangel an Grippe-Impfstoff
hat zu neuen innovativen Denkansätzen geführt. Verschiedene Studien
zeigen, daß sich eine gute Schutzwirkung gegen die gefährliche
Virusgrippe auch mit deutlich niedrigeren Impfdosen erreichen
läßt. Dies insbesondere dann, wenn die Impfung in die Haut und
nicht wie üblich in die Muskulatur erfolgt. Außerdem wurde deutlich,
daß die Schutzwirkung mit jeder neuen Impfung zunimmt.
von Jochen Kubitschek
So als reichten die Ängste vor Krieg, Terror, Arbeitslosigkeit
und allzeit gewaltbereiten Kriminellen nicht aus, um den durchschnittlichen
Amerikaner in einen ständigen Alarmzustand zu versetzen, kam am
5. Oktober eine weitere unheimliche Bedrohung hinzu. An diesem
Tag gaben die Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
bekannt, daß den US-Bürgern für die Influenza-Saison 2004/2005
nicht genügend Dosen Grippe-Impfstoff zur Verfügung stehen werden,
um den normalen jährlichen Bedarf auch nur ansatzweise abzudecken.
Am gleichen Tag hatten die CDC nämlich von dem Pharmaunternehmen
Chiron Corporation erfahren, daß diesem in seiner Heimat Großbritannien
aufgrund von Qualitätsmängeln für drei Monate die Lizenz für die
Produktion des für die USA bestimmten Impfstoffs entzogen worden
war (www.cdc.gov/flu).
Der hysterisch anmutende Medienrummel der daraufhin in den USA
losbrach, hat allerdings einen durchaus rationalen Hintergrund.
Jahr für Jahr verursacht die Virus-Grippe – auch Influenza genannt
–weltweit über eine Million Todesfälle - in den USA sind es 36.000
Todesfälle und mindestens 200.000 teure Krankenhauseinweisungen.
In Deutschland zählte man in der Saison 2002/03 rund 12.000 Todesfällen.
Mehr als 90% der registrierten Todesfälle entfallen dabei auf
Personen, die älter als 65 Jahre sind.
Die derzeitige Bedrohung trifft mit einem ganz neuen Schreckensszenario
zusammen, da Experten seit Monaten vor einer drohenden Grippe-Pandemie
warnen, die Millionen Todesopfer fordern könnte. Nach Ansicht
einiger Experten steht fest, daß sie kommt – man weiß nur noch
nicht wann. Und auch die in Asien zu beobachtende Verbreitung
der Vogelgrippe gibt Grund zur Sorge.
Glücklicherweise zeigt nun eine im Fachblatt New England Journal
of Medicine veröffentlichte Studie (NEJM 2004 Nov 25, 351:2286-94)
Wege aus der akuten Impfstoff-Krise auf. Eine Forschergruppe um
Robert B. Belshe hatte zwei Patientengruppen untersucht, von denen
die eine wie üblich gegen Grippe geimpft wurde. In der gleich
großen Kontrollgruppe hatten die Patienten hingegen eine „Grippe-Impfung
light“ erhalten. Diesen Patienten waren lediglich 40% der normalen
Impfdosis verabreicht worden – und dies nicht wie bisher üblich
intramuskulär, sondern mit besonders feinen Nadeln direkt in die
Haut - also intradermal.
Nach dem Ende der Studie wurde untersucht, wie das Immunsystem
der Patienten auf die unterschiedliche Dosierung des Impfstoffs
und die unkonventionelle Art der Verabreichung reagiert hatte.
Es zeigte sich, daß die niedrige Dosierung des Impfstoffs in Kombination
mit der Injektion in die Haut in der Altersgruppe 18-60 Jahre
eine ähnlich starke Produktion von Antikörpern gegen Influenza-Viren
auslöste wie die konventionelle Impfung. In der Hochrisikogruppe
der über 60jährigen war die Reaktion des Immunsystems zwar schwächer,
aber immer noch ausreichend. Auch bei der konventionellen Impfung
reagieren ältere Menschen nicht so stark wie gesunde und junge
Menschen.
Doch selbst die Reduktion der Impfstoffmenge um 60% kann offenbar
bei jüngeren Menschen gefahrlos weiter gesteigert werden. In der
gleichen Ausgabe des New England Journal of Medicine wurde eine
zweite Studie (NEJM 2004,Nov 25,Vol 351:2295-01) veröffentlicht,
die dies belegt.
In dieser Untersuchung hatte eine Wissenschaftlergruppe um Richard
T. Kenney 100 gesunden Versuchspersonen im Alter zwischen 18 und
40 Jahren entweder eine volle Impfstoff-Dosis verabreicht oder
nur 20% des üblicherweise gegebenen Menge. Die Injektionen erfolgten
intradermal im Bereich des Oberarms. Die Forscher verglichen die
Reaktionen des Immunsystems beider Gruppen mit den bereits gut
bekannten Reaktionen auf die übliche intramuskuläre Verabreichung
des Grippe-Impfstoffs. Dabei zeigte sich, daß selbst die Mini-Dosis
im Vergleich zur üblicherweise intramuskulär angewandten Standardimpfung
in der Lage war, eine gleich große oder sogar bessere Immunantwort
auszulösen. Damit wurde gezeigt, daß offenbar selbst extrem niedrige
Mengen des normalen Impfstoffgemischs ausreichen, um junge Mitglieder
von Hochrisikogruppen wie Ärzte und Krankenpflegepersonal zuverlässig
vor bereits bekannten Influenzaerregern zu schützen.
In einem begleitenden Editorial (NEJM Vol 2004, Nov 25,351:2330-32)
folgerten John R. La Montagne und Anthony S. Fauci weiter, daß
die impfstoffsparende intradermale Grippe-Impfung durchaus auch
bei Hochrisikogruppen – so insbesondere auch bei alten Menschen
– zum Einsatz kommen kann. Dies obgleich in der Studie der Gruppe
Belshe festgestellt wurde, daß die Immunantwort auf die „Impfung
light“ weniger stark ausfiel als bei jungen und gesunden Erwachsenen.
Besonders in Situationen in denen ein großer Teil der älteren
Menschen aufgrund fehlender Impfstoffe überhaupt nicht geimpft
werden kann ist die „Impfung light“ eine medizinisch sinnvolle
Alternative. Relativ leicht könnten so aus 50 Millionen Impfdosen
200 Millionen gemacht werden. Allerdings müßten hierzu die rigiden
Zulassungsbedingungen flexibler ausgestaltet werden. Bisher dürfen
die zugelassenen Impfstoffe nämlich in den USA nur intramuskulär
verabreicht werden.
Die gute Immunantwort bei intradermaler Gabe des Impfstoffs führen
die Wissenschaftler darauf zurück, daß in der Haut viele sog.
dentritische Zellen vorhanden sind, die die Produktion von Antikörpern
gegen Influenza-Erreger in einem besonderen Maß fördern.
Die in der Altersgruppe über 60 Jahren beobachtete etwas schwächere
Immunantwort sollte allerdings nicht überbewertet werden, da die
meisten Senioren ja bereits in früheren Jahren gegen Influenza
geimpft wurden. In diesem Zusammenhang hatte eine kürzlich im
Fachblatt JAMA (2004 Nov 3;292:2089-95) veröffentlichte holländische
Studie gezeigt, daß die Sterblichkeit mit jeder erneuten Grippe-Impfung
weiter zurückgeht. Bei Auswertung der bei 26.071 Patienten erhobenen
Daten wurde deutlich, daß die Mortalitätsrate nach der ersten
Grippe-Impfung im Vergleich zu nicht geimpften Patienten lediglich
um statistisch nicht signifikante 10% zurückging. Jede weitere
Impfung reduzierte die in der kalten Jahreszeit zu beobachtende
Sterblichkeit aber bereits um 24%. Die Studie erbrachte außerdem
Hinweise darauf, daß jede zusätzliche Impfung das Sterberisiko
weiter vermindert.
Die Autoren der Studie kamen auch mit Blick auf die derzeitige
Impfstoffkrise zu dem Schluß, daß ältere und kranke Patienten
unbedingt bei der Zuteilung von Grippe-Impfstoffen bevorzugt werden
sollten – bei jungen und gesunden Patienten muß hingegen generell
nicht mit negativen Konsequenzen gerechnet werden, wenn diese
einmal die Grippe-Impfung ausfallen lassen.
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