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15.11.2017

 

 

Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Paul-Ehrlich-Institut (Federal Agency for Sera and Vaccines), 22.09.2003

Gemeinsame Pressemitteilung: Paul-Ehrlich-Institut und Robert
Koch-Institut


Bald an Grippe-Schutzimpfung denken - Impfinitiative bei medizinischem Personal trägt erste Früchte

Im vergangenen Jahr sind zahlreiche Menschen durch die echte Virusgrippe
gestorben. Alle gefährdeten Personen (ältere Menschen, Menschen mit
bestimmten Grundleiden und medizinisches Personal) sollten sich daher in
den nächsten Wochen und Monaten impfen lassen. Die Impfung mit dem
aktuellen Impfstof ist ab sofort möglich.


Die Influenzawelle im vergangenen Winter war mit geschätzten 12.000 bis
20.000 influenzabedingten Todesfällen stärker als in den vergangenen
Jahren. "Diese Zahlen zeigen, wie gefährlich die echte Virusgrippe ist.
Daher sollten sich alle gefährdeten Personen in den nächsten Wochen und
Monaten impfen lassen", betont Reinhard Kurth, Präsident des Robert
Koch-Instituts. Eine besondere Gefährdung stellt die Infektion mit dem
Influenzavirus für Personen mit bestimmten Grundleiden und für ältere
Menschen dar. Bei ihnen kommt es im Krankheitsverlauf häufiger zu
Komplikationen wie bakteriellen Lungenentzündungen, die tödlich enden
können.

Wichtig ist die Influenza-Impfung aber auch für Personen in
Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr. Obwohl in
Krankenhäusern, Altenheimen oder Arztpraxen nicht nur ein erhöhtes
Risiko besteht, selbst an der Virusgrippe zu erkranken, sondern auch
durch eine Infektion die Patienten dieser Einrichtungen zu gefährden,
ist nur ein geringer Teil der Beschäftigten im Gesundheitswesen gegen
Influenza geimpft. In der Saison 2002/2003 hat das Robert Koch-Institut
in einer Untersuchung unter medizinischem Personal von Krankenhäusern
und Altenpflegeheimen bei den teilnehmenden Institutionen einen Anstieg
der Influenzaschutzimpfungsrate um etwa zehn Prozent verzeichnen können.
"Diese positive Entwicklung geht auf die gezielte Impfinitiative der
Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) in Krankenhäusern und Alten
pflegeheimen zurück", unterstreicht Reinhard Kurth. Davor lag die
Durchimpfungsrate des medizinischen Personals im Winter 2001/2002 gerade
mal bei 15 Prozent.

Eine solche Initiative hat die AGI, deren Gesamtprojektleitung beim
Robert Koch-Institut liegt, in diesem Jahr erneut gestartet, um die
Influenza-Impfraten bei medizinischem Personal zu erhöhen. Im September
erhalten die Betriebsärzte der deutschen Krankenhäuser und die Leiter
von Alten- und Altenpflegeheimen wieder ein Aktionspaket. Die Poster,
Handzettel, eine Vortragspräsentation zu Influenza, Anregungen für
Aktivitäten und Textbausteine für Beschäftigten-Mailings sind auch auf
den Influenza-Seiten des Robert Koch-Instituts (Internetadresse s.u.)
abrufbar. Diese Initiative wird wie in den Vorjahren von wesentlichen
Verantwortungsträgern im Gesundheitswesen mitgetragen.

Nach der Impfung benötigt das Immunsystem zwischen sieben und 14 Tagen,
um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen. Angst vor schweren
Nebenwirkungen braucht niemand zu haben. "Die heute verfügbaren
Grippeimpfstoffe sind gut verträglich. Zudem kontrolliert das
Paul-Ehrlich-Institut jede Impfstoff-Charge und gibt sie erst dann zur
Anwendung frei." erklärt Johannes Löwer, der Präsident des
Paul-Ehrlich-Instituts. Auch die Angst, durch die Impfung erst an
Influenza zu erkranken, ist unbegründet: "Influenza-Impfstoffe können
auf keinen Fall selbst eine Virusgrippe auslösen, da es sich um
inaktivierte Impfstoffe handelt, die nur Teile des Erregers enthalten",
betont Löwer. "Allerdings kann die Influenza-Impfung nicht gegen
Erkältungskrankheiten mit grippeähnlichen Symptomen schützen, die von
anderen Erregern als dem Influenzavirus verursacht werden", so Löwer.
Dies werde häufig vergessen und eine solche Erkältungskrankheit dann als
Versagen der Influenza-Impfung interpretiert.

Bis Anfang September konnte das Paul-Ehrlich-Institut mehr als 15
Mil-lionen Dosen Grippeimpfstoff freigeben, so dass die Impfung nun
jederzeit möglich ist. Obwohl sich die Zusammensetzung des Impfstoffs
der Saison 2003/2004 nicht von derjenigen der vergangenen Saison
unter-scheidet, wird die jährliche Wiederimpfung dennoch empfohlen, um
den indviduellen und den kollektiven Immunschutz so hoch wie möglich zu
halten.

Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene
Stammzusammensetzung enthält Bestandteile folgender Viren:

- eines A / New Caledonia / 20 / 99 (H1N1)-ähnlichen Virus
- eines A / Moscow / 10 / 99 (H3N2)-ähnlichen Virus
- eines B / Hong Kong / 330 / 2001-ähnlichen Virus

Die meisten Impfstoffe sind für Personen ab dem vollendeten sechsten
Lebensmonat geeignet. Allerdings wird bis zum vollendeten 35.
Lebensmonat eine reduzierte Dosis verwendet. Ausschließlich zur
Anwendung bei Erwachsenen, die 65 Jahre oder älter sind, stehen auch in
dieser Saison adjuvantierte Impfstoffe zur Verfügung.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt
die Influenzaimpfung für
- Personen über 60 Jahre,
- Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher
Gefährdung infolge eines Grundleidens, zum Beispiel chronische Lungen-,
Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten und Diabe-tes und andere
Stoffwechselkrankheiten, Immundefizienz, HIV-Infektion
- Bewohner von Alten- und Pflegeheimen,
- Personen mit erhöhter Gefährdung, zum Beispiel medizinisches Personal,
Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, sowie
Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute
ungeimpfte Risikopersonen fungieren können.

Ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen sind nicht nur durch
Influenzaviren gefährdet, sondern auch durch Pneumokokken, wichtige
Erreger von Lungenentzündung und Hirnhautentzündung. Für diesen
Personenkreis empfiehlt die STIKO daher zusätzlich eine
Pneumokokkenimpfung. Der Impfschutz gegen Pneumokokken muss nur alle
sechs Jahre erneuert werden und kann dann gleichzeitig mit der
Influenza-Impfung erfolgen.

Weitere Informationen:
Homepage des PEI (Addesse siehe unten):Internetseiten des
Paul-Ehrlich-Instituts, u.a. mit Informationen zum aktuellen Impfstoff
und der Liste zugelassener Influenza-Impfstoffe

Homepage des RKI (Adresse siehe unten): Influenza-Seiten des Robert
Koch-Instituts, u.a. mit dem Aktionspaket der AGI und
Influenza-Beiträgen des Epidemiologischen Bulletins (Aus-gabe 38/2003
zum Auftakt der Impfsaison und Ausgabe 16/2002 zu Impfraten)


Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.pei.de/professionals/fluimpf_2003.htm
http://www.rki.de/INFEKT/INFLUENZA.HTM

 

 

 

 

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